Die Suche nach dem goldenen Schuh

Mein Papa ist nun wirklich nicht der „Teekannen-Schwule“. Das soll nun wirklich nicht beleidigend klingen und ich hoffe, dass mir das niemand übel nimmt. Aber es gibt nun mal Klischees und oft nehmen sich Schwule selbst damit auf die Schippe. Zumindest in meiner Gegenwart hält sich mein Papa in Sachen auffälliger Kleidung zurück. Ab und zu ein blumiges Hemd, aber das war’s auch schon.

Als nun vor ein paar Wochen ein befreundetes schwules Pärchen heiratete, musste natürlich ein Beitrag von ihm und seinem Freund her. Sie schrieben das Skript von „Götter wie wir“ um und waren ganz in ihrem Element, als ich kurz vor dem Auftritt zu Besuch kam (Wer Inge und Renate nicht kennt: Die beiden sind Gott. Klingt erste mal e bissle komisch, is aber so. Für sechs Folgen schlüpften Carsten Strauch und Rainer Ewerrien in die Rollen der beiden im biederen Chefsekretärinnen-Look und interpretierten biblische Ereignisse, wie z.B. den Auszug aus Ägypten auf sehr unterhaltsame Weise neu.)

Papa spielte Renate, trainierte sich den hessischen Akzent an, der ja seinem „Mutter-Dialekt“ Pfälzisch sehr ähnlich ist und sein Freund packte das fast vergessene Sächsisch wieder aus. Musste nur noch das passende Equipment her: Beim Bummel durch die Stadt fand ich mich also plötzlich in einem Second Hand Laden auf der Suche nach goldenen Pumps Größe 43 wieder. Die Gesichter der Verkäuferinnen dort waren unbezahlbar: Generell können Außenstehende uns zwei nur schwer einordnen: Vater und Tochter, Mann und viel jüngere Ehefrau, Mann mit Geliebte – war schon alles dabei.
Und dann sucht der Typ auch noch nach goldenen Schuhen… Eine wirklich kuriose Situation, bei der mir eigentlich erst hinterher bewusst wurde, wie sie auf Außenstehende wirken musste. Uns war dabei gar nichts peinlich, es ging ja schließlich nur um einen lustigen Beitrag für die Hochzeit.
Wir hatten unseren Spaß, die Schuhe mussten schlussendlich doch übers Internet bestellt werden und der Beitrag wurde zum vollen Erfolg!

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