Ganz ohne Sorge

Ohne Sorgen leben konnten die Menschen im 18. Jahrhundert anscheinend nur in sehr prunkvollen Gebäuden. Deshalb baute sich der preußische König Friedrich der II. ein pompöses Schloss, in dem es ihm an nichts mangelte und er seine Tage ganz entspannt verbringen konnte. Damit auch jeder schon beim Hören des Namens wusste, dass es ihm an nichts fehlte, nannte er es kurz „Schloss Sanssouci“ – übersetzt: Ohne Sorgen.

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© MJ

Mir reicht es ja schon, wenn ich einen Tag in diese alte Welt abtauchen und mir die Schlösser aus dieser Zeit ansehen kann. Und weil Papa das auch weiß, fuhren wir an einem kalten, aber sonnigen Samstag von Halle aus nach Potsdam. Sein Freund (Biologe, immer auf der Suche nach seltenen Pflanzen oder Fliegen) und ein Freund (bewandert in der Geschichte Schloss Sanssoucis) kamen auch noch mit. Ich war also mal wieder die einzig weibliche Person in einer schwulen Gruppe. Da aber alle Besucher ganz abgelenkt vom pompösen Schloss waren, fielen wir nicht weiter auf.

In den etwas abgelegenen „Neuen Kammern“ zogen wir dann doch kurz die Aufmerksamkeit auf uns: Wir konnten es uns nicht verkneifen im prunkvollen Festsaal etwas zu rumtanzen und Fotos auf den schmuckvollen Sofas zu machen. Der nette Herr, der zur Bewachung der Säle angestellt war, beäugte uns zwar kritisch, verkniff sich aber einen Zurechtweisungs-Kommentar. Wahrscheinlich weil er selbst zur schwulen Familie gehörte…

Den Tag ließen wir in der Potsdamer Innenstadt im holländischen Viertel bei einem guten Essen ausklingen – das kulinarische Angebot im Schloss konnte nämlich den schwulen und heterosexuellen Kaffeehunger leider nicht befriedigen.

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