Weihnachten für mich

Als Kind war Weihnachten für mich am schönsten. Und das sage ich nicht, weil man damals die größten und tollsten Geschenke bekam, sondern weil noch vor 9 Jahren meine ganze Familie an Heiligabend und den Feiertagen zusammen kam. Mama, Papa, Tante, Omas und Opas – alle wurden eingeladen und wir feierten ein gemütliches Weihnachten mit gutem Essen, Singen, Spielen, Weihnachtsbaum und natürlich vielen Geschenken. Der Heiligabend war uns sehr wichtig und glich schon fast einem Ritual: Am 23.12. wurden im Wohnzimmer die Rollläden heruntergelassen und die Tür abgeschlossen, so dass das „Christkind“ in Ruhe den Baum schmücken und die Geschenke abladen konnte. Erst an Heiligabend nach dem Essen läutete irgendwann ein Glöckchen und verriet, dass nun alles bereit sei: Der magische Moment, in dem die Tür geöffnet wurde und man mit seinen ganzen Lieben den dunklen, schön dekorierten Raum mit dem beleuchteten Weihnachtsbaum sah: Das war und ist Weihnachten für mich.

Jetzt bin ich 21, glaube nun nicht mehr, dass wirklich das Christkind das Glöckchen läutet und die Geschenke bringt, habe nun aber jedes Jahr eine logistische und organisatorische Aufgabe bei der Weihnachtsplanung vor mir. Mama und Papa feiern nun natürlich nicht mehr zusammen, trotzdem möchte man sie über die Feiertage beide sehen. Aber man will auch den eigenen Freund, Oma & Opa, Tanten und Cousins, die neuen Partner der Eltern und die beste Freundin sehen. Dazu kommt noch die räumlich Entfernung zu den jeweiligen Verwandten. Ich kann nicht mal eben eine Rundfahrt machen und alle an drei Tagen besuchen. Deshalb bin ich in der Vorweihnachtszeit meistens gar nicht gut auf Weihnachten zu sprechen, da ich weiß, dass ich es nicht allen Recht machen kann und man immer Kompromiss eingehen muss.

Dieses Jahr habe ich mich nun das erste Mal dazu entschieden nicht herum zu reisen, sondern den Heiligabend und die Feiertage bei meiner Oma und meinem Opa zu verbringen. Der Grund dafür ist, dass ich die Zeit mit meinen Großeltern, in denen sie noch fit und da sind, genießen will, und ich mit ihnen zumindest ansatzweise so Weihnachten feiern kann, wie ich es als Kind hatte. Das hat nun leider auch die Folge, dass ich meinen Papa erst nach den Feiertagen sehen werde und dies unser erster Heiligabend getrennt voneinander sein wird. Das tut mir natürlich schon weh, aber ich hoffe einfach, dass es – wie auch in den letzten Jahren – trotzdem schön wird. Auch wenn immer jemand fehlt.

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