Ein wenig über mich

Ich habe in letzter Zeit viel über mich selbst gelernt. Impulse dafür gab es sicherlich durch diesen Blog, aber auch durch zwei Bücher von Sylvia Löhken: „Leise Menschen – starke Wirkung“ und „Intros und Extros“. Sie beschreibt darin das Wesen von introvertierten Personen, gibt Tipps zu den Intro-Stärken und wie man sogar Intro-Schwächen für sich nutzen kann. Ich zähle mich eindeutig zu den introvertierten Menschen, dennoch überraschte es mich, wie sehr ich mich in diesen Büchern wiedergefunden habe. Durch sie habe ich mich und meine Arbeitsweise besser verstehen gelernt:

  • Ich schreibe lieber statt anzurufen
  • An Abenden nach Tagungen oder Messen ziehe ich mich lieber zurück statt noch auszugehen
  • Vorträge und Präsentationen bereite ich lieber für andere vor statt sie selbst zu halten
  • In hitzigen Diskussionen halte ich mich erstmal zurück und definiere meine Position lieber in einer ruhigen Minute

 

Nach diesen Erkenntnissen kamen dann gleich die nächsten Fragen auf: Wieso traue ich mich dann als introvertierte Person mit diesem sensiblem Thema der Homosexualität meines Vaters einen Blog zu füttern? Wieso stellte ich mich in meiner Heimatstadt regelmäßig NPD-Parteimitgliedern und anderen Rechten auf Demonstrationen und Bühnen entgegen? Wieso ergriff ich auf einem Branchentreffen die Initiative und stellte 100 Menschen mein anderes Blog-Projekt vor?

Zur Beantwortung half mir ein Referent auf einer Tagung mit seinem Verhalten: Der erste Eindruck von ihm war der eines verschüchterten Mannes, dem man es nicht zutraut einen einstündigen Vortrag halten zu können. Doch als er die Bühne betrat und die ersten Sätze sprach, wandelte sich dieses Bild ins komplette Gegenteil und er zog das Publikum mit jedem Satz und kleinen Provokationen im Vortrag in seinen Bann. Warum? Weil die Thematik über die er redete seine Leidenschaft war und ist und er uns alle damit anstecken wollte.

Jeder, auch ich als introvertierter Mensch, hat etwas, wofür er brennt und wofür sein Herz schlägt. Etwas, wofür man bereit ist seine Komfortzone, in der alles so schön bequem und bekannt ist, zu verlassen und sich einfach zu trauen! Wenn man darauf dann noch positive Rückmeldungen bekommt, stärkt einem das noch mehr den Rücken. (Zu meinem Blog bekomme ich spannende Kommentare, die ein oder andere NPD-Demonstration konnte verhindert oder zumindest gestört werden und u. a. durch meine Initiative auf dem Branchentreffen wurde ich für den Job vorgeschlagen, den ich jetzt habe).

Es hat sich also gelohnt.

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