Neon-Artikel

Ich habe noch immer zitternde Knie: Auf dem Weg zur Arbeit habe ich meinen/unseren Artikel im Neon-Magazin gelesen.

Anfang Januar kam eine freie Journalistin auf mich zu. Sie hatte von meinem Blog gehört und auch den Artikel in der BILD-Zeitung gelesen. Sie möchte gerne eine Reportage über eine Familie schreiben, in der sich ein Elternteil geoutet hat. Dazu würde sie gerne mich, aber auch meinen Vater und meine Mutter interviewen. Das Ganze soll im neon-Magazin erscheinen.
Ich war zunächst skeptisch: Unsere Familiengeschichte auf mehr als einer Doppelseite in einem so großen Magazin mit Fotos von uns. Nach mehreren Telefonaten mit der Journalistin und meinen Eltern entschieden wir uns dafür zuzusagen.
Nicola, die Journalistin, besuchte jeden von uns und jeder erzählte wohl unsere Geschichte ein klein wenig anders. So konnte sie ihre Reportage aus drei verschiedenen Blickwinkeln formen.
Es entstand ein 4-seitiger Artikel mit aktuellen Fotos und Kinderbildern. Die eigene Geschichte abgedruckt in einem Magazin zu lesen war komisch, aber so wie sie Nicola geschrieben hat, genau richtig.

Ein großes Dank also an Nicola Meier für ihr Einfühlungsvermögen und den schönen Schreibstil sowie an Ramon Haindl für die tollen Fotos und die Geduld!

Bleibt abzuwarten, ob, wer und wie reagiert…

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8 Gedanken zu „Neon-Artikel

  1. Hallo Annalena,

    ich habe die NEON im Abo und finde den Artikel über dich und deine Familie einfach super gelungen, da die Reporterin vorurteilsfrei jedem von euch Platz gegeben hat, seine/ihre Erinnerungen zu äußern und so die Thematik differenziert auszuleuchten. Kompliment! Auch ein dolles Kompliment an euch drei, dass ihr so offen darüber berichtet habt. Ich hoffe sehr, dass der Artikel anderen Menschen, die sich in ähnlichen Situationen (egal ob als Vater, Mutter oder Kind) befinden, helfen kann.

    Herzliche Grüße aus dem Rheinland,

    Nina

    • Liebe Nina, danke für das Kompliment! Es war uns und der Reporterin tatsächlich sehr wichtig, dass alle drei Sichtweisen zu Wort kommen. Dennoch ist es irgendwie unwirklich die eigene, persönliche Geschichte von jemandem anderen erzählt in einem Magazin abgedruckt zu lesen. Aber natürlich sind wir auch ein klein wenig stolz … 😉

  2. Gerade habe ich den Artikel über Euch gelesen – Danke für eure Ehrlichkeit und Euren Mut. Ich habe – 20 Jahre vor Dir- dasselbe erlebt – allerdings wurde (und wird!) bis zum heutigen Tag nicht über den Grund der Trennung meiner Eltern gesprochen! Erst als meine Ehe zerbrach, wurde mir klar, was für ein Held mein Vater eigentlich war / ist, der sich als Mitarbeiter einer christlichen Einrichtung in den 80er Jahren als schwul outete…anyway: ich hab gerade ein paar Tränen vergossen und bin sowohl an meine Situation als „Trennungskind aufgrund von Homosexualität“ als auch an meine Trennung und meine Rolle als „Teilzeitvater“ erinnert worden…nochmal: Danke für Euren Mut!!!

    • Lieber Christian!
      Für mich hat der Artikel und die Tatsache, dass wir in der Öffentlichkeit so damit umgehen wenig mit Mut zu tun. Eher mit einer Verantwortung für sich und sein Leben einzustehen. Ganz viel Mut habe ich damals gebraucht und meiner ex-Frau und meinem Kind viel zugemutet. Und dennoch würde ich sagen, dass ich keine SCHULD trage.
      Anliegen mit dem Artikel und meinem Engagement bei den schwulen Vätern ist mir den Männern Mut zu machen zu sich, ihrer sexuellen Orientierung und somit zu ihrem Leben zu stehen.

  3. Hallo Anna Lena, auch ich habe mir den Artikel durchgelesen und bin sehr froh, dass er so gut gelungen ist. Ich finde es so wichtig, dass dieses Thema auch in die öffentlichkeit kommt, da es leider immer noch viel zu viel tabuisiert wird…danke, dass ihr das gemacht habt. ich selber bin eine betroffene ehefrau, inzwischen Gott sei Dank wieder sehr stabil, was natürlich nicht von Anfang an der Fall war…ich denke, du weißt, wie es deiner Mutter damals ergangen ist.
    In einem deiner Blogs schreibst du, dass man in die offensive als Kind gehen muss. Das kann ich nur bestätigen, denn ich habe selber drei Kinder die das ganze ziemlich gut verdaut haben. Meine jüngste, sie ist inziwschen auch schon 2o, hat es mit 11 Jahren erfahren…und immer wenn das Thema unserer Trennung hinterfragt wurde, sagt sie bis heute noch ganz selbstbewusst, wie es ist, nämlihc, dass ihr Vater schwul ist…Punkt.
    Mit dieser selbstverständlichleit und der offenheit ist sie somit in keinster weise angreifbar, und einen Grund sich für den Vater zu schämen gibt es ja wohl weiß Gott nicht….
    Ich werde diesen Blog von Zeit zu Zeit mal besuchen um zu sehen, wie es weiter geht….klasse, das ein „Kind“ sich diese traut. Damit machst du hoffentlich vielen anderen betroffenen Kindern den Mut, zu dem zu stehen, was ihre Väter sind…einfach nur schwul, eine andere Art der Liebe eben…..
    glg Eni

    • Liebe Eni, vielen Dank für deinen Kommentar! Das tut gut zu hören, dass der Artikel auch betroffene Ehefrauen wie dich erreicht. Und ganz besonders meine Mama wird sich darüber freuen! Ich glaube diese Selbstverständlichkeit und Offenheit ist eine Form von ganz großem Mut in den kleinen Alltagsdingen, da kannst du stolz sein auf deine Tochter 🙂 LG Anna-Lena

  4. Hallo
    Ich habe auf Anraten deinen Artikel heute in der Neon gelesen. Mein Vater hatte sein Outing vor drei Wochen. Ich bin fasziniert von eurem Mut dies so öffentlich darzustellen. Und natürlich tut es vorallem mir gut zu Wissen, dass ich nicht die Einzige bin der das passiert ist.
    LG Nana

    • Hallo und danke dir! Du bist definitiv nicht die einzige, das war ja u.a. unser Anliegen das aufzuzeigen. Ich hoffe dir und deiner Familie geht es gut und ihr könnt offen darüber sprechen! Lieben Gruß, Anna-Lena

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