Dass ich das bin

Vergangene Woche hatte ich Geburtstag. Im Gegensatz zu letztem Jahr gab es keine Familienfeier, ich hatte nur eine kleine Feier bei mir zu Hause mit einigen Freunden geplant. Fast hätte ich gedacht, es wird der erste Geburtstag, an dem ich meine Eltern gar nicht sehe. Doch als ich nachmittags von der Arbeit nach Hause kam, stand plötzlich meine Mama vor der Tür und wollte mich überraschen! Auch wenn sie damit meine ganze Planung für den Tag über den Haufen warf, habe ich mich darüber unheimlich gefreut!

Mehr als einmal sagte sie mir an diesem Nachmittag, dass der Tag vor 23 Jahren, als ich geboren wurde, ein ganz besonderer gewesen wäre und sie sich an diesen Tag sehr gerne erinnere. Auch mein Papa schrieb sogar in seiner Geburtstagskarte, dass der Tag einer der schönsten seines Lebens gewesen war (und davon gebe es nicht viele).

Da wurde mir bewusst, dass dieser Tag wohl das Einzige ist, was meine Eltern noch miteinander verbindet. Dass ich das Einzige bin, was sie noch gemeinsam haben. Das hört sich trauriger an, als es ist. Und dennoch kann ich manchmal nicht glauben, dass tatsächlich nur noch ich das bin.
Dass ich das bin, die hier diesen Blog schreibt. Dass ich das bin, die in der NEON ihre Geschichte erzählt hat. Dass ich das bin, die um Rat von schwulen Vätern, betroffenen Kindern und Ehefrauen gefragt wird. Auch dass ich das bin, die damit manchmal überfordert ist und nur erzählen kann, wie es damals bei ihr abgelaufen ist.

Und ich hoffe, ihr könnt euch vorstellen, dass ich das bin, der ihr mit all euren Mails, Kommentaren und Gesprächen zeigt, dass das, was ich hier tue, wohl einen Sinn hat und dass auch ich mit dieser besonderen Situation nicht alleine bin!

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5 Gedanken zu „Dass ich das bin

  1. Auch ich war mal mit einer sehr lieben Frau verheiratet. Seit 18 Jahren lebe ich mit einem lieben Mann zusammen, mit dem ich seit September letzten Jahres verheiratet bin.
    Zusammen mit meiner Frau habe ich einen sehr lieben Sohn, der in diesem Jahr 35 wird.
    Ich kann deiner Mutter und deinem Vater nur zustimmen: Die Geburt unseres Sohnes war der glücklichste Tag in meinem Leben!
    Herzlichen Glückwunsch zum Geburstag!

  2. Nachträglich noch alles Gute !
    Hm, ob Du das einzige bist, was Deine Eltern noch verbindet? Ich kenne die Geschichte ihrer Beziehung nicht und es klingt so, als ob sie sich heute eher aus dem Weg gehen. Deine Geburt ist sicher ein besonderes Highlight … aber ich nehme mal an, sie hatten auch eine positive gemeinsame Geschichte? Eine Verliebtheit? Aufregende, schöne Momente, Tage und Phasen? Und heute müssten sie dann doch auch noch die Erinnerung an die guten Zeiten haben? Das bleibt, auch wenn es vorbei ist.

    • Danke Dir! Ja, du hast natürlich recht, dass die gemeinsamen schönen Erinnerungen auch etwas sind, was sie noch verbindet. Das hab ich aus dieser Sicht noch gar nicht gesehen.

  3. Liebe Annalena,
    du schreibst, dass auch du manchmal überfordert bist mit den Fragen Hilfesuchender, dass du nur erzählen kannst, wie es bei dir war!
    Aber gerade das ist doch das Besondere! Dass du es erzählst! Genau das ist es, was diesen Hilfesuchenden wirklich hilft!
    Mir hat es geholfen!
    Du hast mir geholfen! Du hast mir Mut gemacht! Du hast mich mit deinem Blog inspiriert!
    DANKE dafür!
    🙂
    Was deine Eltern miteinander verbindet… dazu kann ich dir sagen, was mich mit meinem Mann verbindet:
    Die Erinnerung an das Kribbeln im Bauch, an den ersten Kuss, gemeinsame Urlaube, die Heirat, der gemeinsame Kinderwunsch, gemeinsam durchlebte Höhen und Tiefen, geteilte Freuden aber auch viel geteiltes Leid, … Das sind alles Dinge, die uns verbinden! Aber das sind Dinge, die wir in unserem Herzen tragen, unsichtbar für Außenstehende! Eine wunderbare, sichtbare und lebendige Verbindung zwischen uns werden immer unsere Kinder sein!
    Liebe Grüße
    Frau mit Herz

  4. liebe anna lena,
    ich glaube es ist ein stück weit normal, dass deine eltern sich im laufe der jahre „auseinandergelebt“ haben, seit der trennung, und auch nichts schlimmes. ganz ehrlich: ich hätte mit meinem exmann auch nichts mehr zu tun, wenn wir keine kinder hätten. nicht weil ich ihn hasse oder so, aber jeder hat nun eben sein eigenes leben u natürlich habe ich sehr schöne erinnerungen an die gemeinsame zeit, aber dies ist eben jahre jahre her 😉 es ist gut, wenn jeder neue wege geht! wir haben viele jahre sogar noch weihnachten mit den kindern (u meinem partner) zusammen gefeiert, um ihnen zu zeigen, dass wir trotzdem gemeinsam ihre eltern bleiben. aber irgendwann ist dann auch gut – man hängt doch auch mit seinen anderen (langjährigen) exfreunden nicht ständig zusammen 😉 gott sei dank sind wir – was unsere kinder angeht – immer einer meinung u mein exmann kümmerte sich auch gut um sie, da bin ich ihm auch dankbar für. und mama/papa bleiben wir ja immer für unsere kinder! gglg carolin

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