Home » Ich bin schwul – outen oder weiterleben wie bisher?

Ich bin schwul – outen oder weiterleben wie bisher?

ich bin schwul

Und den vergangenen Jahren gab es viele Versuche den Anteil an Homosexuellen an der Gesamtbevölkerung zu messen. Allerdings gab es bei den Ergebnissen immer wieder Schwankungen zwischen 0,4 und 5 Prozent. Deswegen gelten diese Zahlen nicht als sonderlich zuverlässig. Heute soll es um das Thema Homosexualität bei Männern gehen. Wann ist der richtige Zeitpunkt sich zu outen? Gibt es bestimmte Tricks, die es erleichtern? Oder sollte man wie bisher weiterleben? All diese Fragen und mehr soll der folgende Ratgeber beantworten. Wer sich also nicht sicher ist, kann hier Hilfe finden.

Weiterleben wie bisher?

Schwul zu sein ist völlig in Ordnung. Dennoch haben viele Angst sich in der Öffentlichkeit zu outen. Selbes gilt natürlich vor Freunden oder der eigenen Familie. Zu groß ist die Angst nicht akzeptiert zu werden. Allerdings ist es ein Fehler im Stillen weiterzuleben. Irgendwann wird das Bedürfnis so groß werden, dass es nicht mehr anders geht.

Es macht also Sinn sich zunächst teilweise zu outen. Sei es beispielsweise beim besten Freund oder einem Familienmitglied. Einen richtigen oder falschen Weg gibt es in diesem Fall nicht. Manche lassen sich damit Jahre Zeit und andere wiederum wollen es so schnell wie möglich hinter sich bringen. Vor dem Outing ist es wichtig, dass man seine Sexualität vollständig akzeptiert hat und dahinter steht.

Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Recht oft wird beim Outing vom richtigen Zeitpunkt gesprochen. Aber wann genau ist der? Wie bereits angesprochen kann das von Person zu Person unterschiedlich sein. Manche Männer denken zu viel über die Konsequenzen nach und andere ziehen es einfach durch. Fakt ist aber, dass die meisten Jungs ihre Anziehung zum gleichen Geschlecht schon im frühen Alter erkennen. Zum Beispiel bekommt er beim Sitzsachbarn ein Kribbeln im Bauch und beim schönsten Mädchen wird gar nicht verspürt.

Generell wird dieses erste Gefühl von „schwul sein“ komisch sein. Viele Jungs wissen, dass die anderen darauf unangenehm reagieren werden. Ja gar Mobbing ist dabei keine Seltenheit. Große Selbstzweifel in dieser Zeit sind keine Seltenheit. Das Durchschnittsalter für das Outing liegt übrigens bei rund 20 Jahren. Meistens dann, wenn die Beteiligten nicht mehr bei den Eltern wollen. Es gibt natürlich aber auch Teenager, die sich noch in ihrem Elternhaus outen. Den richtigen Zeitpunkt gibt es also nicht.

Wo liegen die Vorteile beim Outing?

Junge Männer machen sich wirklich viele Sorgen darüber was andere Jungs über sie denken werden. Schließlich gibt es genügend Geschichten, die einen demotivieren. Allerdings ist es nicht ratsam seine Sexualität für ewig geheim zu halten. Deswegen sollte man sich zunächst mehr mit den Vorteilen als den möglichen „Nachteilen“ beschäftigen. Doch wovon genau profitieren Schwule daran? Ein paar der Vorteile in kurzer Zusammenfassung:

  • erleichtertes Gefühl
  • Leben kann in vollen Zügen genossen werden
  • Versteckspiel gehört der Geschichte an
  • Erkennen wahrer Freunde / Wer steht hinter mir?
  • Lebensgefühl steigert sich
  • Partnersuche wie er sucht ihn wird einfacher

Die Liste Liese sich noch unendlich so weiterführen. Es spricht überhaupt kein Punkt dagegen sich zu outen. Und warum auch? In der heutigen Zeit sollte es jedem erlaubt sein das zu tun was er möchte. Das trifft ebenso auf die sexuellen Vorlieben zu. Wer sich also zu Männern anstatt zu Frauen hingezogen fühlt, der sollte sich, für ihn möglich, so früh wie möglich outen. Danach wird einem ein Stein vom Herzen fallen.

Tipps & Tricks sich zu outen

Schwul zu sein bedeutet auch sich irgendwann outen zu müssen. Das wurde bereits im obigen Abschnitt erklärt. Jedoch fällt es nicht für jeden so leicht. Wie lässt sich dieser Prozess vereinfachen? Dazu ein paar Tipps & Tricks, die dabei unterstützen können:

1) richtigen Augenblick erwischen

Zunächst einmal müssen die Beteiligten einen guten Zeitpunkt erwischen, in dem sich geoutet werden möchte. Und der ist nicht immer so einfach zu finden. Vieles hängt auch mit dem Umfeld zusammen. Selbst die Art und Weise wie es vermittelt wird, darf nicht vergessen werden. Möglich sind unter anderem:

  • Brief
  • persönlich
  • Mail / Nachricht

Am besten eine ruhige Minute suchen und sich dann outen. Noch besser wäre es mit einer vertrauten Person und nicht vor einer ganzen Gruppe.

2) sich Zeit lassen / langsam angehen

Zeit ist ein entscheidender Punkt. Keiner möchte sich unter Druck gesetzt fühlen. Denn Reaktionen zwischen Vater und Mutter können sehr unterschiedlich ausfallen. Manche reagieren geschockt, andere akzeptieren es sofort und manche haben es vielleicht schon geahnt. Das sind aber normale Reaktionen. Gib ihnen Zeit das Ganze zu verstehen.

3) Verstärkung suchen

Viel leichter fällt es natürlich, wenn man einen besten Freund, Freundin oder Schwester, Bruder hat. Mit ihnen lässt sich über alles reden und vielleicht gibt es noch zusätzliche Tipps wie es den Eltern richtig erklärt werden kann. So ist man als Junge oder Mann nicht alleine und das Outen fällt viel leichter mit etwas Unterstützung im Rücken.

4) von Menschen fernhalten, die es als Problem ansehen

Natürlich wird man in den seltensten Fällen gleich auf Unterstützer stoßen. Manche haben auch was dagegen und zeigen es entsprechend. Und genau von solchen Personen sollte generell Abstand gehalten werden. Sie ziehen einen nur runter und geben Zweifel daran sich zu outen.

5) je früher, umso besser

Je früher man sich bei seinen Freunden und Eltern outet, umso schneller können Jungs ihren in den letzten Jahren angesammelten Ballast abwerfen. Jedoch muss sich jeder so viel Zeit für sich nehmen wie nötig. Der eine schafft es schneller und der andere braucht noch ein paar weitere Monate / Jahre. Grundsätzlich aber ist ein frühes Outing sehr vor Vorteil.

Fazit

Wer schwul ist, hat oft Bedenken. Das liegt vor allem am Umfeld. Schämen muss sich hier keiner. Mit den oben genannten Tipps & Tricks wird es wesentlich leichter. Hab also Mut!